Die SVP behauptet seit Jahren, die Kriminalität in der Schweiz steige und werde durch die Personenfreizügigkeit (PFZ) angeheizt. So auch vor der anstehenden Abstimmung über die Kündigungsinitiative am 27. September. Die neuste Argumentation der Initianten: Die PFZ bringe dem Tessin mehr Kriminalität. Die Realität im Südkanton zeigt jedoch das Gegenteil.

In gut zwei Wochen stimmt das Schweizer Stimmvolk über die Kündigungsinitiative (sogenannte «Begrenzungsinitiative») der SVP ab. Diese gefährliche Vorlage beabsichtigt, die PFZ mit der Europäischen Union zu kündigen. Denn sie ist den Initianten seit Einführung ein grosser Dorn im Auge. Für sie steht nichts Geringeres als die Sicherheit der Schweiz auf dem Spiel und gebetsmühlenartig wird die Einwanderung mit steigender Kriminalität gleichgesetzt. Den neusten Anschauungsunterricht wollen die Initianten mit der Sonnenstube liefern. Doch steigt die Kriminalität aufgrund der PFZ im Tessin tatsächlich?

Kein Zuwachs der Kriminalität im Tessin trotz Zuwanderung

Die Frage lässt sich rasch verneinen. Die PFZ führt nicht zu mehr Kriminalität im Tessin. Die Zahlen der kantonalen polizeilichen Kriminalstatistik sind unmissverständlich. Die Kriminalfälle im Kanton Tessin sind zwischen 2011 und 2019 um 32 Prozent gesunken und dies bei einer steigenden Bevölkerungszahl. Eine sinkende Anzahl Straftaten pro 1’000 Einwohner geht mit dieser Entwicklung einher. Das heisst, die steigende Zuwanderung im Tessin führt nicht zu mehr Kriminalität, sondern geht mit weniger Straftaten einher. Die grenzüberschreitende Kriminalität mit der PFZ in Verbindung zu setzen ist daher nicht stichhaltig, denn nichts dergleichen lässt sich beobachten.

Zuwanderung führt nicht zu weniger Jobs für Schweizerinnen und Schweizer

Die Zuwanderung wird nicht nur fälschlicherweise für einen nicht vorhandenen Zuwachs von Kriminalität im Südkanton verantwortlich gemacht, sondern auch für die vermeintlich schwierige Situation auf dem Tessiner Arbeitsmarkt. Das Gegenteil lässt sich auch hier einfach aufzeigen. Zum einen wird die Zuwanderung hochgeschaukelt. Denn tatsächlich lag der Wanderungssaldo im Tessin 2017 bei null und nach einem leicht positiven Saldo im Jahr 2018 fiel er 2019 sogar leicht negativ aus. Die Zuwanderer aus dem europäischen Raum und insbesondere die Grenzgänger machen mit ihrem 18 bzw. 28,5 Prozent Anteil an der Beschäftigung einen wichtigen Teil der Gesamtwirtschaft im Kanton aus. Zudem steigt die Beschäftigung, d.h. die Anzahl Jobs, im Tessin stärker als im Vergleich zum Rest der Schweiz. Kritiker sehen nun die einheimischen Arbeitskräfte durch die Zuwanderung verdrängt. Einzelne schwarze Schafe, die Lohnmissbrauch betreiben, sind leider nie ganz auszuschliessen – wie auch anderenorts in der Schweiz. Jedoch sind diese keinesfalls die Norm und das Staatssekretariat für Wirtschaft belegt deutlich: die Löhne der Schweizerinnen und Schweizer im Tessin sind trotz Zuwanderung und Grenzgängern nicht gesunken.

Somit steht das Tessin nicht für die Nachteile der PFZ, sondern für ihre Vorteile. Die PFZ bringt dem Kanton nicht mehr Kriminalität, stattdessen lassen sich weniger Straftaten bei einer zunehmenden Bevölkerung beobachten. Und sie bringt noch mehr: Eine Zunahme an Jobs, ohne die Schweizer Löhne zu gefährden.

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