von Heinz Gerber, eidg. dipl. Exportleiter, Unterstützer stark+vernetzt

Es erstaunt, mit welcher Beharrlichkeit die SVP-Spitze das irreführende Argument wiederholt: «Wir haben seit 1972 ein Handelsabkommen mit der EU. Alle späteren (bilateralen) Verträge sind entbehrlich.»

Ich erinnere mich, wie wir von 1966 bis in die Siebzigerjahre Lastenzüge unserer Schweizer Gourmet-Produkte in Richtung Grossbritannien losschickten. Wir waren damals während Jahren bei Marks&Spencer und anderen namhaften Filialisten präsent. Dann, unerwartet, schloss sich das Vereinigte Königreich der EU an. Das bedeutete ein Ende dieses blühenden Geschäfts. Der bestehende Vertrag Schweiz-EU von 1972 nützte da gar nichts, denn dieser war auf Investitionsgüter beschränkt. Für unsere Spezialitäten galten zu jener Zeit absurde Zölle und Abgaben bis zu 60 Prozent. Mit diesem Zustand sollte erst 20 Jahre später Schluss sein, denn jetzt winkte unserer Branche der EWR-Beitritt.

Dann aber kam ein «dimanche noir», der 6. Dezember 1992 mit seiner 50,3 Prozent-Ablehnung. Die Pause, welche nun folgte, schien endlos. Nach einer langen Geduldprobe kam der Lichtblick: die Verhandlungen zu möglichen Bilateralen! Das glückliche Ergebnis derselben konnte ich dann nur noch als Rentner feiern. Insgesamt hatte mein Warten also fast 40 Jahre gedauert.

Warten konnten nicht alle: Einige Unternehmen meiner Branche hatten inzwischen begonnen, ihre Produktion in die EU zu verlagern. «Nach Schweizer Rezept», schrieben sie dann auf die Labels.

Wer heute zur Situation von 1972 rückwärtsfahren will, lässt zu, dass unsere Handelsbeziehungen mit der EU schrumpfen bis auf das Gebiet der Investitionsgüter, also auf maschinelle Anlagen und andere Güter für die Industrie.

logo-sam-de-hoch-w2

Kampagne gegen die Kündigungsinitiative
stark+vernetzt

Impressum/Datenschutz

Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anbieten zu können und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Ausserdem geben wir Informationen zu Ihrer Verwendung unserer Website an unsere Partner für soziale Medien, Werbung und Analysen weiter. Sie geben Einwilligung zu unseren Cookies, wenn Sie unsere Webseite weiterhin nutzen.
Datenschutzbestimmungen
Einstellungen
Alle Cookies akzeptieren
Diese Website verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Durch die Nutzung dieser Dienste erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden.
Datenschutzbestimmungen
Einstellungen
Alle Cookies akzeptieren